Sommer, Sonne, Schutz

Jedes T-Shirt schützt!

In vielen Etiketten findet man Angaben, wie toll dieses und jenes Shirt vor den gefährlich warmen UVA- und UVB-Strahlen schützt. Dass jedoch auch ein einfaches weißes Baumwollshirt und somit die einfachste Textilie seinen Träger schützt und ihm einen Sonnenbrand erspart, liest man eher selten. Ist aber so!

Dennoch ein paar Antworten auf eventuell aufkommende Fragen bei der hartnäckigeren Beschäftigung mit dem Thema.

Es gibt verschiedenste Strategien, um sich gegen die schädlichen UVA- und UVB-Strahlen zu schützen. Da gibt es Cremes, Schutzkleidung, Hüte, Brillen, schattenspendende Tarps, Strandmuscheln und und und. Grundsätzlich gilt, Kleidung ist wie schon erwähnt der einfachste und beste Sonnenschutz, da jede Textilie einen gewissen UV-Schutz bietet. Zu den Schutzwirkungen gilt insgesamt, dass dichte, schwere Textilien in dunklen Farben einen guten UV-Schutz bieten. Doch auch da gibt es Unterschiede. So bieten beispielsweise Viskose, Baumwoll- und Leinenstoffe weniger Schutz, als solche aus Wolle, Seide und Nylon. Weitere ausschlaggebende Aspekte sind:

  • Die Faserart: Gut ist z.B. Wolle, weil die Faser eine der höchsten Strahlenabsorptionen und 
  • somit auch eine geringe UV-Durchlässigkeit hat
  • Das Stoffgewicht: Je schwerer der Stoff, desto höher der Schutz 
  • Die Garne: Am besten sind dichte Gewebe
  • Die Farbe: Je dunkler und kräftiger die Farben, desto besser der Schutz 
  • Der Feuchtegehalt: Nasse Kleidung verliert bis zur Hälfte des UV Schutzes 
  • Die Oberflächenbeschaffenheit: Strukturiert ist besser als glatt
  • Der Gebrauch: Ausbleichen der Farbe und Faserabrieb verschlechtert die Schutzwirkung
  • Die Passform: Locker geschnittene Kleidung hat einen besseren UV-Schutz als eng anliegende


Der Schutz, den Textilien vor UV-Strahlung bietet, wird als UV-Schutzfaktor (UPF = Ultraviolet Protection Factor) angegeben. Dieser entspricht in der Aussage dem Lichtschutzfaktor (LSF) bei Sonnencremes. Ein einfaches weißes Baumwollhemd verfügt demnach z. B. über einen UPF von 10, dichte, dunklere Baumwollkleidung erreicht Werte von ca. 20. Bei Angabe UPF50 verlängert sich die Zeit, die die nackte Haut ohne Schädigungen dieser länger der Sonne ausgesetzt werden kann, um das 50-fache. Spezielle UV-Schutzkleidung wird entweder mit chemischen Filtersubstanzen oder Pigmenten wie Titandioxid, die in die Faser eingeschlossen werden, behandelt. Diese speziell schützenden Materialien können bis zu 98% aller UV-Strahlen absorbieren.

Beispiele für UV-Schutzmaßnahmen und deren UV-Schutzfaktoren 

UV-Schutzmaßnahmen           UV-Schutzfaktor
UV-Schutzkleidung   20-80
Sonnenschutzcreme bei richtiger Anwendung  0-30 
Schatten unter einem Baum ca. 5-15 
Sonnenhut mit breitem Rand ca. 10
Schatten unter einem Sonnenschutzschirm   ca. 5
Dichte Baumwollbekleidung  ca. 20 
Leichte Baumwollkleidung   ca. 10
(Textilforschungszentrum Hohenstein, 2003, Quelle: www.uvstandard801.de)

Ein kleiner Ausflug in die weite Welt:
Naturseide verfügt über einen relativ hohen UV-Schutzfaktor, da sie ebenso wie moderne Chemiefasern über mattierende Faserbestandteile verfügt, die UV-Strahlen reflektieren und absorbieren. Außerdem verhindern gleichmäßige Faserstrukturen mit geringen Abständen im Gewebe, dass die UV-Strahlung auf die Haut gelangen kann. Deshalb wird z.B. in Indien der Sarong aus Seide in mehreren Schichten übereinander getragen.
Die Tuareg in der Sahara kennen sich mit Sonnenschutz durch Kleidung ebenfalls bestens aus und färben ihr Gewand in dunkles Blau.

Wichtiges kurz zusammengefasst:
Intensiver UV-Schutz ist beim Aufenthalt in und um das Wasser herum oder im Winter im Schnee besonders wichtig! Die reflektierten Sonnenstrahlen erhöhen den UV-Index erheblich.

Auch bei bedecktem Himmel ohne direkte Sonneneinstrahlung dringt noch etwa 60% der UV-Strahlung durch die Wolken. Also auch dann den Sonnenschutz nicht vergessen!

Der Alltag verlangt dem Beinkleid einiges ab. Nässe, Dehnung, Reinigung und Abrieb sind gängige Faktoren, denen verlässliche Sonnenschutzkleidung gewappnet sein muss.

Wie aber in der Einleitung schon erwähnt, bietet auch ein stinknormales T-Shirt einen ausreichenden Schutz, um bei feinstem Sommerwetter in unseren Breiten nicht umherzulaufen wie ein leuchtend roter Hummer.

Frohes gekleidetes Sonnenbaden!

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